Wenn zu wenig Arbeit zur Belastung wird
Manche Tage im Büro ziehen sich wie Kaugummi. Die Aufgaben sind repetitiv, herausfordernde Projekte Fehlanzeige – und das Gefühl, gebraucht zu werden, schwindet. Was für Außenstehende wie ein „Traumjob“ mit wenig Stress klingt, kann für Betroffene zur echten seelischen Belastung werden: Boreout. Ein Zustand, der unterschätzt wird, aber körperlich und psychisch spürbare Folgen haben kann.Was ist Boreout?
Boreout beschreibt einen Zustand chronischer Unterforderung im Berufsleben. Anders als beim Burnout, bei dem Überlastung im Mittelpunkt steht, geht es hier um zu wenig – zu wenig sinnvolle Arbeit, zu wenig Abwechslung, zu wenig Anerkennung. Weil die zugrunde liegenden Messansätze in wissenschaftlichen Studien sehr unterschiedliche Vorstellungen von Langeweile widerspiegeln, fehlt bislang ein einheitliches Verständnis ihrer Ursachen und Auswirkungen. Das ist bemerkenswert, denn man geht davon aus, dass ca. 15 % der Beschäftigten bei der Arbeit wirklich gelangweilt sind. Was folgt ist ein häufig niedrigaktivierter Zustand (Unlust, geringe innere Aktivierung), der oft mit zu wenig Herausforderung und mangelnden Ressourcen am Arbeitsplatz zusammenhängt (Job‑DemandsResourcesModell). Ein etabliertes Messinstrument ist die Dutch Boredom Scale (DUBS). Sie zeigt, dass Langeweile am Arbeitsplatz empirisch von Burnout/Engagement unterscheidbar ist und mit niedrigen Anforderungen/geringen Ressourcen zusammenhängt.1Typische Symptome:
- Anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Konzentrationsprobleme
- Innere Unruhe und Gereiztheit
- Gefühl von Sinnlosigkeit und Leere
- Gedankenkreisen, auch vor dem Einschlafen
Warum macht Unterforderung krank?
Unser Gehirn braucht Reize, Herausforderungen und Aufgaben, um aktiv zu bleiben. Fehlen diese dauerhaft, entsteht ein Spannungszustand – ähnlich wie bei Stress. Der Körper schaltet in eine Art Alarmbereitschaft. Eine Studie zeigte, dass sog. job boredom mit einer verringerten nächtlichen Herzratenvariabilität (HRV) verbunden ist – ein Indikator dafür, dass das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.2 Arbeitslangeweile konnte bereits mit steigenden Angst- und Depressionssymptomen und abnehmender Lebenszufriedenheit und psychischem Wohlbefinden assoziiert werden.3 Und das Schlimmste: Boreout bleibt oft unbemerkt und wird selten ernst genommen.Boreout-Phasen: So entwickelt sich das Problem
- Anfangsphase – Unterforderung & Langeweile: Zu wenig oder monotone Aufgaben, fehlende Verantwortung
- Kompensationsphase – Verbergen & Rückzug: Beschäftigt wirken, Ablenkung, innere Distanz; Sinnverlust
- Folgephase – Resignation & Erschöpfung: Zunehmende Unzufriedenheit, Antriebslosigkeit, innere Unruhe, Schlafprobleme
Wege aus dem Boreout: Was hilft bei innerer Unruhe?
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Selbstreflexion:
Erkennen Sie die eigenen Bedürfnisse. Was fehlt? Was belastet? Schon das bewusste Benennen der Situation kann entlasten. -
Aktiv ins Gespräch gehen:
Ob mit Kollegen oder Vorgesetzten – offen über die Situation zu sprechen, kann neue Perspektiven schaffen. Vielleicht lassen sich Aufgaben neu verteilen oder spannende Projekte übernehmen. -
Struktur und Abwechslung im Alltag:
Planen feste Pausen, Bewegungseinheiten und kleine Highlights im Tagesverlauf. Ein Spaziergang in der Mittagspause oder kreative Hobbys können helfen, das innere Gleichgewicht zu stabilisieren. -
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